Aktive und passive Flexibilität

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Es ist wohl kein Geheimnis, dass ich mich sehr intensiv mit Flexibilität auseinander setze. Das liegt nicht nur daran, dass ich das Thema einfach wahnsinnig spannend finde, sondern auch daran, dass sehr viele dieses Thema bei weitem unterschätzen! Aber darum soll es in diesem Beitrag gar nicht gehen, sondern um das Thema “Aktive und passive Flexibilität”…

Seit Januar biete ich bei mir im Studio einen neuen Kurs an: Contortion. In diesem Kurs arbeite ich zu einem großen Teil mit aktiver Flexibilität. Wobei bei ein paar Schülern die Frage aufkam, worin eigentlich der Unterschied zwischen aktiver und passiver Flexibilität besteht… Daher eine einfache und grobe Beschreibung:

Aktives Dehnen: Dehnübungen, die alleine ausgeführt werden. Dies ist optimal für  fortgeschrittenere Schüler, bedarf allerdings meist schon etwas Flexibilität und Körperbeherrschung, hilft in der Ausführung von Polefiguren wesentlich mehr. Hauptsächlich wird mit der Kraft des Gegenspielers (Antagonist) gearbeitet, also mit der eigenen Kraft. Der eigentlich zu dehnende Muskel wird dabei entspannt. Es ist anspruchsvoll dies lange zu halten!

Passives Dehnen: Dehnübungen, für die man einen Partner benötigt. Der Partner leitet einen in die Dehnung hinein und versucht den zu Dehnenden Stück für Stück tiefer in den Stretch zu führen. Dies ist vor allem geeignet für Personen, die noch nicht so viel Erfahrung mit dehnen haben, sich noch nicht richtig dabei entspannen können. Hierbei muss der Partner mit der Atmung des zu Dehnenden arbeiten und darf niemals ruckartige Bewegungen durchführen!
Auch statisches “in einer Dehnung sitzen” (z.B. im Spagat sitzen) zählt als passives Dehnen.

Ich habe früher fast ausschließlich passiv gearbeitet, was zu vielerlei Problemen geführt hat. Zum Einen kam ich bei meinen Tricks an der Pole nie an mein eigentliches Flexilimit, da ich nie geübt hatte mit meiner Muskulatur im Bereich der Flexibilität zu arbeiten (ein super Beispiel dafür ist die Jade oder noch härter der Chopstick!) und zum anderen hatte ich in den Tricks selber selten das Gefühl mich wohl zu fühlen. Das galt auch für allerlei Flexiposen außerhalb der Stange. Ich hatte in meiner schlechtesten Phase sogar einen entzündeten Wirbel und 1,5 Jahre lang Hüftschmerzen! All das ist inzwischen Vergangenheit!

Selbstverständlich ist es sinnvoll in der Anfangsphase bis zu einem gewissen Grad passiv zu arbeiten, denn für aktive Flexibilität macht es durchaus Sinn eine gewisse Grundflexibilität zu haben! Dennoch sollte ab einem bestimmten Punkt dringend damit begonnen werden aktiv zu arbeiten. Ich muss so viel nacharbeiten, denn alles was ich ziehen kann, kann ich noch lange nicht aus eigener Muskelkraft aktivieren. Man sollte seinen Rücken, Beine, Schultern,… muskulär so auftrainieren, dass man Posen aus Muskelkraft einleiten, halten und durchführen kann. Das dauert alles etwas länger als überall reingedrückt oder gehoben zu werden, ist aber viel gesünder und so spannend. Man lernt seinen Körper und die eigene Koordination so viel besser kennen und fühlt sich in den Posen viel wohler! Und auch die Verletzungsgefahr sinkt enorm, denn Muskulatur hilft uns den Körper zu stabilisieren und sensible Bereiche zu schützen.

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